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Dissertation als PDF Datei. Zusammenfassung Hintergrund und Ziele Die spastische Hemiparese nach zerebrovaskulären Läsionen stellt eine der häufigsten Indikationen zur neurologischen Rehabilitation dar. Aus dem Spektrum der gängigen Behandlungsmethoden nach einer zentralen Läsion ist, neben anderen Verfahren, derzeit die Physiotherapie, die am häufigsten eingesetzte Technik. Hierbei nimmt das Bobath-Prinzip einen besonderen Stellenwert ein. Über die Bedeutung der regelmäßig angewandten elektrotherapeutischen Verfahren herrscht bis heute keine Einigkeit. Eine der zahlreichen Behandlungsmethoden ist die EMG-getriggerte elektrische Muskelstimulation, bei der eine vom Patienten willkürlich herbeigeführte Bewegung nach Erreichen eines EMG-Schwellenwertes vervollständigt wird. Die vorliegende Studie sollte prüfen, ob diese Technik das Ergebnis einer Rehabilitationsbehandlung auch in der frühen Rekonvaleszenzphase (erste sechs Monate) nach einer zentralen Läsion zu Verbesserungen der gesamten Symptome führt. Methoden Das Untersuchungskollektiv umfasste 28 Patienten mit einer schweren spastischen Hemiparese infolge einer zentralen Läsion, welche in zwei randomisierte Gruppen aufgeteilt wurden. Die Therapie der Kontrollgruppe war eine Kombination aus Physiotherapie, basierend auf dem Bobath-Konzept, und Ergotherapie. Zusätzlich zu dem üblichen Programm erhielt die Studiengruppe in den ersten vier Wochen fünfmal wöchentlich eine EMG-getriggerte elektrische Muskelstimulation der paretischen Hand-, Unterarm- und Knieextensoren sowie Fußheber. Im Anschluß erfolgte für weitere vier Wochen eine der dem Kontrollkollektiv entsprechende Behandlung. Alle Patienten wurden zu Untersuchungsbeginn, nach vierwöchiger Therapie, und zu Studienende klinisch-neurologisch untersucht, wobei der Spazititätsscore an der oberen und unteren Extremität sowie der Pendeltest am Ellbogen- und Kniegelenk geprüft wurden. Weiterhin erfolgte zu Studienbeginn und abschluß die Festlegung des Barthel-Indexes, der NIH Stroke Scale und der Befindlichkeits-Skala. Ergebnisse Beide Behandlungsmodalitäten führten, mit Ausnahme des Spastizitätsscores an der oberen Extremität bei der Kontrollgruppe, zu signifikanten Verbesserungen (p < 0,05). Die Zugewinne der Studiengruppe waren mit Ausnahme des BfS-Tests, größer, als bei der Kontrollgruppe, wobei jedoch der gefundene Unterschied statistisch nicht signifikant war. Da man bei der Genesungszeit nach einem Schlaganfall von mindestens einem Jahr ausgeht, dürfte der in unserer Studie fehlende signifikante Anstieg gegenüber einer konventionellen Therapie vor allem in der sehr kurzen Behandlungszeit begründet sein. Insgesamt zeigten sich bei beiden Gruppen deutlichere Zugewinne an der unteren als an der oberen Extremität, bezüglich des Spastizitätsscores und des Pendeltests. Die Verbesserungen bestanden nahezu bei allen Patienten nach Abschluß der Stimulation fort. Die Studiengruppe machte jedoch unter dem konventionellen Programm im Zeitraum vierte bis achte Woche deutlich geringere Fortschritte, so dass in diesem zweiten Abschnitt bei beiden Kollektiven vergleichbare Ergebnisse erzielt wurden. Obwohl die derzeitigen Kenntnisse über die pathophysiologischen Mechanismen der EMG-getriggerten elektrischen Muskelstimulation weitgehend hypothetisch sind, scheinen visuelle, propriozeptive und kinesiologische Reize durch häufige Wiederholungen, motorische Lernprozesse sowie neurophysiologische Umorganisationsvorgänge, zu unterstützen. Praktische Schlussfolgerung Unsere Studie zeigt auf, dass eine EMG-getriggerte elektrische Muskelstimulation das Ergebnis einer Rehabilitation positiv beeinflusst. Diese Befunde legen nahe, die Methode der EMG-getriggerten Muskelstimulation in der Behandlung der spastischen Hemiparese über einen längeren Behandlungszeitraum zu erproben. Dissertation als PDF Datei. |